Es ist ein später Freitagabend in der wunderschönen Stadt München. Der Herbstwind weht leicht durch die Straßen. Mia steht an der großen Haltestelle und wartet auf die Straßenbahn. Sie schaut auf ihr Handy. Es ist bereits nach Uhrzeit acht. Der Himmel ist dunkel und schwer. Plötzlich fangen dicke Regentropfen an zu fallen. Mia hat keinen Regenschirm dabei. Sie seufzt leise und stellt sich schnell unter ein kleines, schützendes Dach vor einem geschlossenen Buchladen.
Genau in diesem Moment kommt ein junger Mann mit einer grünen Jacke gelaufen. Er sucht auch Schutz vor dem nassen Regen. Er lächelt freundlich und sagt: „Guten Abend! Pünktlich zum Wochenende fängt der Regen an.“
Mia lächelt zurück und antwortet: „Ja, das stimmt leider. Ich habe meinen Regenschirm zu Hause vergessen.“
Der Mann stellt sich vor. Er heißt Jonas. Er arbeitet als Fotograf in der Nähe und liebt die Stadt bei Nacht. Mia erzählt, dass sie als Grafikerin arbeitet und gerade von einem langen Arbeitstag kommt. Die beiden fangen an, sich zu unterhalten. Sie sprechen über ihre Hobbys, ihre Lieblingsmusik und die besten Cafés in der Stadt. Die Zeit vergeht wie im Flug. Plötzlich vergessen sie völlig den kalten Regen und die grauen Wolken um sie herum.
Nach zwanzig Minuten hält die Straßenbahn an der Haltestelle. Die Türen öffnen sich mit einem lauten Geräusch. Jonas schaut Mia tief in die Augen. Sein Herz schlägt ein bisschen schneller. Er möchte diesen besonderen Moment nicht so schnell enden lassen.
„Warte kurz“, sagt Jonas leise. „Die Straßenbahn fährt gleich ab. Aber ich frage mich… möchtest du vielleicht morgen einen Kaffee mit mir trinken gehen? Hier ist meine Handynummer.“
Er holt einen kleinen Zettel und einen Stift aus seiner Tasche. Er schreibt seine Nummer auf das Papier und gibt es ihr. Mia wird ein bisschen rot im Gesicht, aber sie freut sich sehr. Ein warmes Gefühl breitet sich in ihrer Brust aus.
„Sehr gerne, Jonas“, antwortet sie mit einem strahlenden Lächeln.
Bevor Mia in die warme Straßenbahn einsteigt, nimmt Jonas ihre Hand. Er zieht sie für eine kurze Sekunde sanft zu sich heran und küsst sie zärtlich auf die Wange. Der Regen fällt weiter um sie herum, aber in diesem Moment spüren sie die Kälte überhaupt nicht mehr. Mia steigt ein, setzt sich an das Fenster und winkt ihm noch einmal zu. Jonas steht auf dem Bahnsteig und winkt zurück. Die Fahrt nach Hause ist kurz, aber Mia muss die ganze Zeit lächeln. Sie weiß genau, dass dies der Beginn von etwas ganz Wundervollem ist.
Wichtige Vokabeln (Vocabulary)
- die Haltestelle – the bus / tram stop
- der Regenschirm – the umbrella
- seufzt – sighs
- schützen – to protect
- der Fotograf – the photographer
- die Grafikerin – the female graphic designer
- die Handynummer – the cell phone number
- die Wange – the cheek
- sanft – gently / softly
- winken – to wave
English Translation
The Kiss in the Rain
It is a late Friday evening in the beautiful city of Munich. The autumn wind blows gently through the streets. Mia is standing at the large tram stop and waiting for the streetcar. She looks at her cell phone. It is already past eight o’clock. The sky is dark and heavy. Suddenly, thick raindrops start to fall. Mia does not have an umbrella with her. She sighs quietly and quickly stands under a small, protective roof in front of a closed bookstore.
At that exact moment, a young man in a green jacket comes running. He is also looking for shelter from the wet rain. He smiles friendly and says: “Good evening! Right on time for the weekend, the rain starts.”
Mia smiles back and answers: “Yes, unfortunately that’s true. I forgot my umbrella at home.”
The man introduces himself. His name is Jonas. He works as a photographer nearby and loves the city at night. Mia shares that she works as a graphic designer and is just coming home from a long workday. The two begin to talk. They speak about their hobbies, their favorite music, and the best cafes in the city. Time flies by. Suddenly, they completely forget the cold rain and the gray clouds around them.
After twenty minutes, the tram stops at the station. The doors open with a loud noise. Jonas looks deep into Mia’s eyes. His heart beats a little faster. He does not want this special moment to end so quickly.
“Wait a second,” Jonas says quietly. “The tram is leaving right now. But I’m wondering… would you maybe like to go drink a coffee with me tomorrow? Here is my cell phone number.”
He takes a small slip of paper and a pen out of his pocket. He writes his number on the paper and gives it to her. Mia turns a little red in the face, but she is very happy. A warm feeling spreads through her chest.
“I’d love to, Jonas,” she answers with a radiant smile.
Before Mia gets into the warm tram, Jonas takes her hand. He gently pulls her close to himself for a brief second and kisses her tenderly on the cheek. The rain continues to fall around them, but in this moment they don’t feel the cold at all anymore. Mia gets in, sits down by the window, and waves to him one more time. Jonas stands on the platform and waves back. The ride home is short, but Mia has to smile the whole time. She knows for sure that this is the beginning of something truly wonderful.


